Jahresabschluss und Bilanzkennzahlen
Warum sind Buchhaltung und Bilanzierung so wichtig?
Accounting is the business language!
Die Buchhaltung hat die Aufgabe, alle Geschäftsfälle
- zahlenmäßig,
- chronologisch, d. h. in der richtigen Reihenfolge, und
- systematisch, d. h. in geordneter Form,
abzubilden und den Stand des Vermögens und der Schulden sowie den Erfolg
(Gewinn- und Verlustrechnung) aufzuzeichnen.
Die Buchhaltung erfüllt daher wichtige
- Dokumentations-,
- Informations- und
- Kontrollfunktionen.
Was sind die rechtlichen Grundlagen der Buchhaltung?
Die rechtlichen Bestimmungen betreffend die Buchhaltung und Bilanzierung
sind sehr umfangreich. Das wichtigste Gesetz für Unternehmen ist das
Unternehmensgesetzbuch (
UGb). Weiters sind das
Aktiengesetz (AktG) und das GmbH-Gesetz hervorzuheben.
Im Unternehmensgesetzbuch wurde klar festgelegt, dass Unternehmen (von
Ausnahmen abgesehen) der
Buchführungspflicht unterliegen.
Unter dem Begriff "
Bücher führen" wird
die Erfolgsermittlung durch
Reinvermögensvergleich, also
Bilanzierung, verstanden.
Darüber hinaus hat jedes Unternehmen für den Schluss eines jeden Folgegeschäftsjahres in den ersten neun
Monaten des Geschäftsjahres für das vorangegangene Geschäftsjahr einen
Jahresabschluss zu erstellen.
Die Dauer des Geschäftsjahres darf 12 Monate nicht überschreiten.
Der Jahresabschluss besteht aus der Bilanz und der
Gewinn- und Verlustrechnung.
Ein wichtiger Punkt sind die "Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung", die all jene Prinzipien umfassen, die gewissenhafte
und ehrliche Unternehmer bei der Rechenschaftslegung (= Buchhaltung und
Bilanzierung) anwenden.
Diese Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
umfassen
- den Grundsatz der Bilanzwahrheit,
- den Grundsatz der Bilanzklarheit,
- den Grundsatz der Bilanzkontinuität und
- den Grundsatz der Bilanzvorsicht.
Nach dem Grundsatz der Bilanzwahrheit sind alle
Vermögens- und Schuldpositionen im Einklang mit den gesetzlichen
Bewertungsvorschriften auszuweisen. Die Eintragungen in den Büchern müssen
vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorgenommen werden.
Nach dem Grundsatz der Bilanzklarheit hat die Darstellung
des Vermögens, der Schulden und des Erfolgs klar und übersichtlich zu
erfolgen.
Nach dem Grundsatz der Kontinuität sind bei der Aufstellung
des Jahresabschlusses die Bewertungsmethoden beizubehalten (materielle
Kontinuität), und ist die gewählte Gliederung fortzuführen (formelle
Kontinuität).
Nach dem Grundsatz der Bilanzvorsicht hat die Bewertung der
Vermögensgegenstände und Schulden mit Vorsicht zu erfolgen, d. h. ein
gewissenhafter und ehrlicher Unternehmer soll seine Vermögenslage niemals
besser, im Zweifel jedoch schlechter, darstellen. Aus diesem alten
kaufmännischen Prinzip resultieren wichtige Folgerungen für die Bewertung
der Vermögensgegenstände und Schulden.
Die bisherigen rechtlichen Bestimmungen waren
unternehmensrechtlicher Natur. Bekanntlich haben Unternehmen
üblicherweise auch Steuerzahlungen zu leisten, deren gesetzliche
Bestimmungen sich insbesondere im Einkommensteuer- und
Körperschaftsteuergesetz zu finden sind.
Interessant ist, dass nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes für
die Gewinnermittlung – etwas vereinfacht – die unternehmensrechtlichen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung maßgebend sind, außer zwingende
steuerrechtliche Vorschriften treffen abweichende Regelungen.
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