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Jahresabschluss und Bilanzkennzahlen

Wie ist eine Bilanz aufgebaut?

Die Bilanz stellt eine simple Gegenüberstellung des Vermögens mit den Schulden dar.

Bei der tabellarischen Darstellung wird
  • zuerst die Summe des Vermögens ermittelt,
  • von der dann die Summe der Schulden abgezogen wird:

Bilanz per 31. 12. 20xx
Vermögen    
Grundstück 300.000,-  
Auto 100.000,-  
Handelswaren 60.000,-  
Kassa 14.000,- 600.000,-
Schulden    
Lieferantenkredit 150.000,-  
Schulden Tante Mali 250.000,- -400.000,-
Differenz   + 200.000,-


Die Differenz zwischen dem Vermögen und den Schulden stellt das "Nettovermögen" dar, das auch als "Eigenkapital" bezeichnet wird:

In der kontenförmigen Darstellung ergibt sich folgendes Bild der Bilanz:

Bilanz per 31. 12. 20xx
Aktiva         Passiva
Grundstücke 300.000,-     Lieferantenkredit 150.000,-
Auto 100.000,-     Schulden Tante Mali 250.000,-
Handeslwaren 60.000,-     Eigenkapital 200.000,-
Kassa 140.000,-        
  600.000,-       600.000,-


Bei dieser Darstellung wird das Wesen des Eigenkapitals als Differenz ("Saldogröße") zwischen dem Vermögen und den Schulden deutlich.

Kontenförmige Darstellung


Die zwei fundamentalen "Bilanzgleichungen" lauten, wenn man anstatt von Schulden von Fremdkapital spricht, wie folgt:
Vermögen - Fremdkapital = Eigenkapital

Bei einfacher Umformung ergibt sich dann folgende Gleichung:
Vermögen = Fremdkapital + Eigenkapital

Damit ist mathematisch sichergestellt,
  • dass eine ordnungsgemäß aufgestellte Bilanz immer ausgeglichen ist und
  • dass dem Vermögen immer ein gleich hohes Kapital gegenüber steht.

Auf der Basis einer erstellten Bilanz können die anfallenden Geschäftsfälle verbucht werden. Da diese Buchungen immer
  • ein Konto auf der linken Seite ("Soll") und
  • ein Konto auf der rechten Seite ("Haben") betreffen,
muss die Summe der Buchungen auf beiden Kontoseiten immer gleich hoch sein.

Damit ist eine wichtige Eigenschaft der Bilanz erwähnt, die eine Formalkontrolle (Summe linke Seite = Summe rechte Seite) ermöglicht!

Bei den einzelnen Buchungen wird zwischen
  • erfolgsneutralen Geschäftsfällen und
  • erfolgswirksamen Geschäftsfällen
unterschieden.

Bei erfolgsneutralen Geschäftsfällen (Aktivtausch, Passivtausch, Bilanzverlängerung, Bilanzverkürzung) verändert sich zwar die Struktur der Bilanz, die Höhe des Eigenkapitals wird dabei aber nicht verändert.

Bei erfolgswirksamen Geschäftsfällen
  • steigt (= Erträge) oder
  • sinkt (= Aufwendungen)
das Eigenkapital.

Der Jahresabschluss besteht allerdings nicht nur aus der Bilanz, sondern auch aus der Gewinn- und Verlustrechnung, in der die Aufwendungen und Erträge verbucht werden. Die Differenz zwischen den Erträgen und Aufwendungen führt
  • zum Gewinn, der das Eigenkapital erhöht, oder
  • zu einem Verlust, der das Eigenkapital mindert.

Hinweis:
So wie:
  • in der Bilanz das Vermögen mit dem Fremdkapital verglichen wird und das Eigenkapital als Differenz resultiert,
  • wird in der Gewinn- und Verlustrechnung analog vorgegangen, mit dem Unterschied, dass die Erträge mit den Aufwendungen saldiert werden und der Gewinn resultiert.

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